Hydraulik von Arbeitsbühne im ehemaligen Bonner Plenarsaal instand gesetzt
1.4.2026
BONN (SR)
„Der Dino hängt“ – damit ist kein Tyrannosaurus Rex aus dem Hollywood-Blockbuster „Jurassic Park“ gemeint, sondern unter diesem Spitznamen melden die Haustechniker vom ehemaligen Bonner Plenarsaal, wenn die Hydraulik der Arbeitsbühne nicht das macht, was sie sollte: bis auf 22 Meter auszufahren. Die Arbeitsbühne wird für Aufbauarbeiten, Lichtinstallationen und technische Wartung im heutigen World Conference Center Bonn gebraucht, um das geschichtsträchtige und denkmalgeschützte Parlamentsgebäude in Schuss zu halten. Oder für Veranstaltungen mit bis zu 1 230 Personen vorzubereiten. Für einen reibungslosen Betrieb des Dinos sorgt Frank Penzersinski, Serviceberater der Zeppelin Hydraulikspezialisierung aus Köln, der sich bei Problemen um die Hydraulik kümmert. Nun hat er sie mit seinen Kollegen umfassend instand gesetzt. Der Dino wurde damit gezähmt und soll in Zukunft nicht mehr hängen.
„Ich betreue den Dino schon seit vielen Jahren, weil es mittlerweile niemand mehr gab, der sich bei Problemen mit der Steuerung auskannte. Meistens traten Störungen kurz vor oder am Wochenende auf“, berichtet Frank Penzersinski, der dann vor Ort eine Lösung finden muss. Er und seine Kollegen sind nicht nur bei Problemen von Hydraulikzylindern von Baumaschinen gefragt, sondern die Experten sind mit ihrem Know-how inzwischen auch eine zentrale Anlaufstelle für Hydraulikaggregate von Produktionsanlagen in der Industrie, bei Landmaschinen, Schiffen, Schleusen, Fahrzeug- und Flugzeugschleppern sowie Schrott- und sogar Saftpressen. Oder wie das Beispiel Dino zeigt: bei solchen Arbeitsbühnen.
Normalerweise fehlt von ihm jede Spur – denn der Dino ist im kreisförmigen Boden eingelassen, und zwar unter der Stelle, wo früher Stenografen Wort für Wort der Redner mitnotierten. Unter dem ehemaligen Plenarsaal befindet sich auch die Technikzentrale. Darüber wird die Arbeitsbühne gesteuert. Per Hydraulik lässt sich der Kreis im Boden aufschieben, absenken und vier Bolzen werden zur Absicherung für den Arbeitsmodus verankert. Dann erwacht der Dino zum Leben und er fährt auf 22 Meter aus. Erreicht wird damit jeder Winkel im früheren Plenarsaal. „Doch in der Vergangenheit reagierten die Steuerung und die drei Hydraulikzylinder, die den Arbeitskorb anheben, nicht so, wie sie sollten“, so Frank Penzersinski.
Daher wurde nun von Zeppelin und Partnern eine neue Steuerkonsole eingebaut. „Wir haben zwei Schaltkreise auf eine SPS-Steuerung umgebaut, was heute Stand der Technik ist. Außerdem haben wir die Elektronik komplett neu gemacht“, so Frank Penzersinski. Neue Kabel wurden eingezogen, neue Sensoren eingebaut und neue Sicherheitsschalter eingesetzt. Auch das Hydraulikkonzept wurde angepasst, damit der Arbeitskorb sicher ein- und ausgefahren werden kann. „Wir haben zwei neue Steuerblöcke eingesetzt, die für einen Niveauausgleich der Last im Arbeitskorb sorgen“, so der Zeppelin Hydraulikspezialist. Aber damit war es nicht getan. Auch ein neues Sicherheitskonzept samt UVV und Bedienhinweise, Not-Aus sowie Wartungsintervalle wurde erstellt, da neue Einstellungen beziehungsweise neue Funktionen eine neue Einstufung nötig machten. Ist ein Haustechniker im Arbeitskorb, soll er dadurch sicher seine Arbeit verrichten.
Bild 1: Für einen reibungslosen Betrieb des Dinos sorgt Frank Penzersinski, Serviceberater der Zeppelin Hydraulikspezialisierung aus Köln.
Bild 2: Erreicht wird damit jeder Winkel im früheren Plenarsaal. Fotos: Zeppelin
Bild 3: Die Arbeitsbühne wird für Aufbauarbeiten, Lichtinstallationen und technische Wartung im heutigen World Conference Center Bonn gebraucht.
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