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Taktgeber im Tagebau

Neuer Cat Kettendozer D6 XE zwischen Abraum und Rekultivierung bei Clariant

2.6.2026

KUMHAUSEN (SR)

Er muss seine Augen überall haben: Der Fahrer des neuen Cat Dozers D6 XE. Er ist die Schlüsselstelle im Tagebau Vogen von Clariant. Massenbewegung gehört zu seinen Kernaufgaben. Darüber hinaus hat er den Wegebau, die Infrastruktur sowie den Lkw- und Dumper-Verkehr im Blick. Um den in der Industrie gefragten Bentonit freizulegen, schiebt der Maschinist einen Mix aus kiesigem Boden sowie schwerem Mergel ab. Ist dieser abgebaut, kommt die Raupe erneut ins Spiel: Sie baut Humus im Zuge der Rekultivierung als abdeckende Schicht ein und modelliert die Fläche passend zum hügeligen Landschaftsbild der Voralpenregion. So werden die Abbauflächen in ihren ursprünglichen Zustand für eine landwirtschaftliche Nutzung zurückversetzt. Ziel des Raupeneinsatzes ist es, Effizienz und Produktivität zu steigern, den Dieselverbrauch zu senken und dabei den Rohstoffabbau nachhaltiger zu gestalten.

„Wir erwarten eine höhere Leistung und einen geringeren Spritverbrauch. Angesichts der aktuellen Energiepreise gewinnt das zusätzlich an Attraktivität“, erklärt Jörg Tscharke, Clariant-Produktionsleiter, der als solcher für die Tagebaubetriebe verantwortlich ist. Das Unternehmen hat erstmals einen dieselelektrischen Antrieb für eine von insgesamt vier Raupen gewählt. „Dieselelektrik ist ein Schritt in Richtung Zukunft“, ergänzt der Produktionsleiter.

In der Vergangenheit führte das Unternehmen bereits einen Vergleichstest von Kettendozern dreier Hersteller durch – dabei konnte die Cat Raupe überzeugen. In den Einsatz ging sie dann im März dieses Jahres. „Wir sind mit einem Durchschnittsverbrauch von 20 Litern in der Stunde gestartet. Im April lagen wir bei 15,5 Litern im Stundendurchschnitt und werden sehen, wo sich der Verbrauch langfristig einpendeln wird“, so Christian Gammel, Teamleiter der Abteilung Technik Bergbau bei Clariant. Er ist optimistisch, dass die Rechnung aufgeht und das anvisierte Ziel, den Kraftstoffverbrauch zu senken, erreicht wird. „Wir schauen bei unseren vier Raupen, dass wir Diesel einsparen können, wie wir effizienter werden und Kosten senken können“, meint er. Dabei beruft er sich auf das Kraftstoffversprechen, gegeben von Philipp Richard, Verkaufsrepräsentant der Zeppelin Niederlassung München. Eine Motorabschaltautomatik trägt ihr Übriges dazu bei, den Dieselverbrauch zu drosseln, wenn die Raupe nach fünf Minuten nicht mehr bewegt wird. Eine weitere Maßnahme ist die Dieselvorwärmung – gerade in der kalten Jahreszeit ein Ventil, um den Motor betriebsbereit zu halten.

Nicht nur das Antriebskonzept wurde bei der Maschine bewusst gewählt, sondern auch die weitere Ausrüstung. Diese umfasst ein Sechs-Wege-Klappschild – die Transportbreite von drei Metern ist die kritische Größe. Die Raupe gehört zu mehreren Abraumkolonnen, die ihren Einsatzort in verschiedenen Tagebaustätten wechseln und zusammen mit einem Cat Kettenbagger 352 und zwei Dumpern den gewachsenen Boden abtragen, bis der Rohstoff freiliegt. Die Transporte können durch die gewählte Schildbreite ohne Sondergenehmigung erfolgen, wenn die Raupe immer wieder innerhalb der Tagebaue umgesetzt wird, die sich über die Region Mainburg-Moosburg-Landshut erstrecken.

Ein Drei-Zahn-Ripper wurde installiert, um den Boden für die Rekultivierung zu lockern, damit später das Regenwasser besser eindringen kann. Am Ripper wurde eine Anhängerkupplung angebaut. Denn die Raupe soll auch einen Mobiltank mit tausend Litern Diesel und AdBlue ziehen können. Jede der Abbaukolonnen steuert auch einen Cat Kettenbagger 352, der in der Grube nachgetankt wird. „Es würde zu lange dauern, wenn wir den Bagger deswegen immer wieder aus der Grube rausfahren müssten“, so das Argument von Christian Gammel. Zum Standard von Clariant gehört außerdem ein Druckluft-Kompressor.

Clariant hat sich beim Laufwerk für 760 Millimeter breite Bodenplatten entschieden. „Damit erzielen wir weniger Bodenpressung und Verdichtung, was uns bei der Rekultivierung entgegenkommt“, so Christian Gammel. Das Unternehmen setzt gezielt mit dem D6 XE auch auf das bewährte Deltalaufwerk von Cat. „Damit hat die Maschine ein gutes Steigverhalten“, weiß Jörg Tscharke aus Erfahrung. Außerdem sei es besser zu reinigen, so Christian Gammel, der mit seinem Team die Verfügbarkeit des Maschinenparks sicherstellt. Er fügt hinzu, dass das Antriebsrad höher gesetzt sei als bei einem konventionellen Laufwerk. Das bedeutet: weniger Bodenkontakt und somit ein geringerer Verschleiß. Im Durchschnitt sind Raupen im Rohstoffbetrieb drei Jahre im Einsatz, bis wieder ein Wechsel im Fuhrpark ansteht. Ein elektronischer Sensor, gut geschützt im Kettenglied installiert, misst remote die Abnutzungserscheinungen und überwacht den fortschreitenden Verschleiß. Bei einem Verschleißrichtwert von 40 Prozent wird laut Herstellerangaben eine erste Sichtung des Laufwerks empfohlen. Wird ein Verschleißwert in Höhe von 70 Prozent erfasst, ist das ein Signal, eine Verschleißmessung durch den Zeppelin Serviceberater durchzuführen und schon mal betroffene Ersatzteile zu bestellen, die gewechselt werden müssen. Erreicht der Verschleißwert hundert Prozent, wird ein Austausch nötig. Das macht die Wartungsplanung einfach und trägt dazu bei, die Baumaschine verfügbar zu halten. Um Verschleiß an Lagern, Bolzen und Gelenken vorzubeugen, werden diese über eine installierte Zentralschmieranlage automatisch mit der richtigen Menge Fett versorgt. Für Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten greift Clariant bei der Raupe auf den Zeppelin Full Service zurück, der über die Niederlassung Garching erfolgt. Ausfallen sollte sie nicht. Das gilt insbesondere für den Wegebau, der nicht vernachlässigt werden darf, um den Bentonit per Straßen-Lkw für die Weiterverarbeitung aus den Tagebauen ins Werk Moosburg transportieren zu können. „Fällt die Raupe einen halben Tag aus, wirkt sich das sofort auf die Fahrwege aus, weil sich durch die Dumper tiefe Fahrspurrillen ergeben. Daher brauchen wir kurze Reaktionszeiten im Service und eine hohe Verfügbarkeit“, so Jörg Tscharke über die Bedeutung des Arbeitsgeräts, das eine zentrale Rolle im Tagebau einnehmen wird.


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Bild 1: Alexander Beubl (vor der Kabine), Raupenfahrer bei Clariant, nimmt sein neues Arbeitsgerät gemeinsam mit Philipp Richard, Verkaufsrepräsentant der Zeppelin Niederlassung München, Jörg Tscharke, Clariant-Produktionsleiter, Benedikt Aigner, Zeppelin Mitarbeiter Vertriebsinnendienst der Niederlassung Garching, Frank Kranich, Zeppelin Projekt- und Einsatztechniker, Christian Gammel, Teamleiter der Abteilung Technik Bergbau bei Clariant, und Fabian Kröger, Senior-Produktmanager für Kettendozer bei Zeppelin, in Betrieb (von links).

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Bild 2: Mit dem dieselelektrischen Antrieb soll der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden.

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Bild 3: Mit dem Drei-Zahn-Ripper wird der Boden für die Rekultivierung gelockert. Fotos: Zeppelin

Kontakt

Zeppelin Baumaschinen GmbH Graf-Zeppelin-Platz 1 85748 Garching bei München Tel: +49 89 32000 636

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