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Maschinenrundgang

Cat Kettenbagger 350 der neuen Generation im Faktencheck

17.3.2026

BAD SALZUNGEN (SR)

Mit der Rubrik „Maschinenrundgang“ geben wir künftig allen, die Baumaschinen nicht nur bedienen, sondern im harten Alltag wirtschaftlich einsetzen müssen, einen praxisnahen Blick auf Baumaschinen im Einsatz. Statt einer Auflistung der Fakten wie in technischen Datenblättern konzentrieren wir uns auf das, was im Baustellen- und Gewinnungsalltag wirklich zählt: Wie eine Baumaschine konstruiert ist, wie sie sich im Betrieb verhält und welche Details in der täglichen Arbeit den Unterschied machen. Den Rundgang um die Baumaschine begleitet ein Produkt- oder Servicespezialist zusammen mit unserer Redaktion und führt uns gemeinsam systematisch durch Aufbau, Antrieb, Hydraulik, Assistenzsysteme und Wartungskonzepte. Ziel ist es, Baumaschinen nicht nur vorzustellen, sondern verständlich einzuordnen – technisch fundiert und praxisorientiert. Den Anfang macht ein Cat Kettenbagger 350 im Hartsteineinsatz bei Bad Salzungen im Wartburgkreis in Thüringen. Diesen beleuchten wir Schritt für Schritt zusammen mit Tobias Polzmacher, Zeppelin Produktmanager für Kettenbagger.

Aufgabenstellung

Die Gewinnung von Hartgestein gehört zu den anspruchsvollen Arbeitseinsätzen. Das Rohmaterial erzeugt hohen Abrieb und ist stark abrasiv – damit ist der Kettenbagger konfrontiert. Der Abbau steht und fällt mit seiner Konstruktion. Entsprechende Vorsorge wurde darum seitens der Ausrüstung getroffen. Thomas Riemer, leitender Verkaufsrepräsentant der Zeppelin Niederlassung Erfurt, hatte einen besonderen Löffel mit Seitenschneide empfohlen, denn alle sechs Wochen müssen die Zähne erneuert werden. Um das gesprengte Material im Steinbruch zu lösen, bedient sich der Maschinist eines Reißzahns. Zu den Aufgaben des Fahrers gehört aber noch mehr: Er setzt einem weiteren Cat Kettenbagger 336 das Material vor, damit dieser anschließend einen Brecher zur Weiterverarbeitung beschickt.

Ausrüstung

2023 hat Caterpillar die neue Maschinengeneration in der 50-Tonnen-Klasse eingeführt, die den Cat 349E abgelöst hat. Entwickelt wurde dessen Nachfolger für die mittelschwere Erdbewegung oder Gewinnungseinsätze, um produktive Arbeitsergebnisse abzuliefern. Für den Einsatz im Hartgestein war Reichweite das entscheidende Kriterium. Deswegen erhielt der neue Bagger einen Monoausleger mit einer Stiellänge von 3,35 Metern. „Das reicht in diesem Fall aus. Andere Ausführungen wie ein ME-Ausleger mit einem 2,5 Meter oder 3,0 Meter langen Stiel sind ebenso verfügbar, wenn es auf Grab- und Reißkräfte ankommt“, so Tobias Polzmacher. Ausleger und Stiel sind verstärkt und somit für typische Einsätze ausgelegt, wie sie der 50-Tonner absolvieren muss. Mit einer maximalen Reichweite von rund 12 Metern und einer Grabtiefe von bis zu 8,2 Metern bewegt der Bagger große Materialvolumen, was im Steinbruch an der Tagesordnung ist. Die Grabkraftverstärkung steigert die Eindringkraft des Löffels mit einem Fassungsvermögen von 3,5 Kubikmetern um acht Prozent. Die Schwerlasthubautomatik erhöht wiederum die Hubkapazität um acht Prozent, was beim Anheben schwerer Lasten nützlich ist.

Leistung

Beim Rundgang macht Produktmanager Tobias Polzmacher klar, worauf es in dieser Leistungsklasse ankommt: auf eine robuste Konstruktion, effiziente Hydraulik und eine klar definierte Arbeitsgeometrie, die im Steinbruchalltag verlässlich funktioniert. Der Cat 350 basiert auf einem C9.3B-Motor mit 309 kW (414 PS), der die aktuelle EU-Abgasstufe V erfüllt und ausreichend Leistung für den Umgang mit Hartgestein bietet. Dank der elektrohydraulischen Vorsteuerung des Cat 350 werden Fördermengen und Drücke automatisch an die Anforderungen angepasst. Ein bis zu 13 Prozent geringerer Kraftstoffverbrauch gegenüber der vorherigen Klasse senkt die Betriebskosten, reduziert die CO₂-Emissionen und ermöglicht einen nachhaltigeren Betrieb.

Unterwagen

Der Cat 350 verfügt über einen starren Unterwagen. Für Grip und Traktion auf dem Untergrund, insbesondere wenn der Bagger auch einmal einen Hang hinauffahren soll, sorgen zweistegige Bodenplatten. Standard ist ein durchgehender Laufrollenschutz, der dafür sorgt, dass kein Stein Laufräder und Antriebsräder beschädigt.

Kabine

Der neue Cat 350 bietet die Wahl zwischen einem Deluxe- und einem Premium-Fahrerhaus. Beide verfügen über eine Klimaautomatik und eine hochklappbare linke Sitzkonsole für einen einfachen Ein- und Ausstieg. Die Deluxe-Kabine ist serienmäßig mit einer Sitzheizung und einem luftgefederten Sitz ausgestattet, während die Premium-Ausstattung über einen luftgefederten, beheizten und belüfteten Sitz verfügt. Große Kabinenfenster bieten eine gute Sicht auf den Arbeitsbereich. Bei der Premium-Kabine gibt es zudem eine 360-Grad-Kamera für mehr Sicherheit. Ein optional verfügbares Schutzgitter lässt sich nachrüsten. Der Fahrer kann es hochklappen, wenn er die Scheiben reinigt. Für die Sicht nach hinten ist eine flache Motorhaube von Vorteil. „Das liegt daran, dass die Abgasnachbehandlung seitlich neben dem Motor verbaut ist. Vorher war sie über dem Motor untergebracht, was die Sicht geschmälert hat“, so Tobias Polzmacher.

Integrierte Technologie

Moderne Assistenzsysteme sind ihm zufolge Katalysatoren für effiziente und sichere Produktionsprozesse. Cat Payload hilft beim Erreichen genauer Ladeziele, die jeden Tag getrackt und über die Telematiklösung VisionLink ausgewertet werden können. E-Fence beschränkt die maximale Reichweite des Auslegers. Swing Assist automatisiert und begrenzt den Schwenkvorgang des Oberwagens – eine Funktion, die laut Fahrer von Vorteil ist, wenn der Bagger den Löffel über dem Trichter des Brechers ausleert. Integriert ist außerdem eine Hammer-Abschaltautomatik, die bei diesem Einsatz zwar nicht genutzt wird, bei anderen Anwendungen jedoch von Vorteil sein kann. Dabei wird nach ein paar Sekunden Dauerbetrieb der Hammer automatisch abgeschaltet, um dessen Verschleiß sowie Überhitzung zu verhindern. Für Einsätze in der Erdbewegung ist Cat Grade 2D gedacht und unterstützt beim Erreichen von Tiefe, Neigung und Zielprofil. Auch für die Fernsteuerung Cat Command ist der Cat Kettenbagger bereits vorbereitet.

Maschinenwartung

Typisch für die neue Maschinengeneration des Cat 350: Zeppelin Servicemitarbeiter haben die Möglichkeit, über die Fehlerbehebung und Software-Updates per Fernzugriff bereits vor einem Besuch vor Ort auf die Maschine zuzugreifen. Sie können Fehlercodes diagnostizieren oder das Betriebssystem aktualisieren. „Wie für Cat Maschinen gilt auch hier: Die Komponenten sind robust und auf Langlebigkeit ausgelegt“, unterstreicht Tobias Polzmacher, während er durch die gruppierten Wartungspunkte führt und auf die außen sichtbare Anzeige des Hydrauliköls hinweist. Das Konzept der Maschinenwartung ist durchdacht und darauf ausgerichtet, Wartungsaufwand und damit laufende Betriebskosten zu senken. Während der Cat 352 zwei Luftfilter hat, wurde im Bagger eine Nummer kleiner nur einer verbaut. Für den Schwenkantrieb gilt ebenfalls: Zwei sorgen für das nötige Drehmoment beim Cat 352, einer beim Cat 350. Der Hydrauliklüfter kühlt den Motor nur bei Bedarf und reduziert dadurch den Kraftstoffverbrauch. Serviceintervalle von tausend Stunden bei Öl- und Kraftstofffiltern reduzieren Ersatzteilkosten im Vergleich zu vielen Konkurrenzmodellen in derselben Größenklasse. Mit dem Hinweis auf den wartungsfreundlichen Aufbau schließt der Produktmanager den Maschinenrundgang am Cat 350 ab.


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Bild 1: Der Kettenbagger ist mit stark abrasivem Material konfrontiert und erhielt deswegen einen besonderen Löffel mit Seitenschneide.

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Bild 2: Maschinenrundgang mit Tobias Polzmacher, Zeppelin Produktmanager für Kettenbagger.

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Bild 3a-c: Das Konzept der Maschinenwartung ist durchdacht und darauf ausgerichtet, Wartungsaufwand und damit laufende Betriebskosten zu senken.

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Kontakt

Zeppelin Baumaschinen GmbH Graf-Zeppelin-Platz 1 85748 Garching bei München Tel: +49 89 32000 636

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