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Symbolischer Baggerstich für sichere Haftbedingungen

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Startseite : WILLKOMMEN BEI DER ZEPPELIN BAUMASCHINEN GMBH : Presseinformationen : Symbolischer Baggerstich für sichere Haftbedingungen

 


Foto 1: Hinter den Gittern des Cat DEM50: die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk.
 
Foto 2: Seine Premiere feierte der neue Cat DEM50 der Firma Abenstein beim Baggerstich durch die bayerische Justizministerin, welche den Aushub des Geländes einläutete.
 
 
 
Symbolischer Baggerstich für sichere Haftbedingungen
 
Mit einem neuen Cat DEM50 der Firma Abenstein läutete die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk den Neubau der JVA in Gablingen ein
 
GABLINGEN (SR). Das Tauziehen um die neue Justizvollzugsanstalt in Gablingen bei Augsburg hat ein Ende. Die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk läutete mit einem Baggerstich den Baubeginn ein. Sie selbst setzte sich hinter das Steuer eines Cat Baggers DEM50, welchen die Firma Abenstein aus Gersthofen bereitgestellt hatte. Das Unternehmen, das am ersten Bauabschnitt beteiligt ist, wird den Aushub von rund 100 000 Kubik-metern Boden in den nächsten sechs Wochen übernehmen. Für den neuen Abbruchbagger Cat DEM50 war es der erste Einsatz, nachdem ihn Zeppelin Verkäufer Michael Pospischil von der Niederlassung Ulm ausgeliefert hatte. Die ersten drei Baggerlöffel füllte die Justizministerin – ohne Bauhelm und Baggerführerschein – persönlich und schwenkte den gestreckten Monoausleger über dem Maisfeld, wo die JVA auf einer sieben Hektar großen Fläche entstehen soll.

„Heute ist ein Freudentag für die Justiz“, meinte Merk, als sie auf die lange Planungsphase blickte und dann hinzufügte: „Die Geschichte zum Neubau gleicht einem Marathonlauf, der bereits in den 1970er Jahren mit der Standortsuche durch das Justizministerium begonnen hatte.“ Bis sich die öffentliche Hand zum Neubau durchringen konnte, verstrichen insgesamt 18 Jahre. Die lange Planungsphase kommentierte der Bürgermeister von Gablingen, Karl Hörmann, mit dem Vergleich: „Volljährig geworden, obwohl erst gerade das Licht der Welt erblickt.“ Ursprünglich war das Vorhaben als PPP-Projekt geplant gewesen. Ein privates Konsortium sollte die JVA errichten und den technischen Bereich betreiben. Doch weil sich dies als zu teuer erwies und bereits beim ersten bayerischen PPP-Gefängnis in München Stadelheim erhebliche Baumängel zutage traten, ließ man wieder davon ab.

Die neue JVA in Gablingen, welche nun in Eigenregie des Staatlichen Bauamts Augsburg entsteht, wird stattdessen vom Freistaat Bayern auf herkömmliche Weise finanziert. Dafür hatte sich der Vorsitzende des Haushaltsausschusses und CSU-Landtagsabgeordnete Georg Winter stark gemacht, der beim Spatenstich einen Einblick Einblick in die Odyssee der Finanzierung gab. Ihm zufolge soll das Projekt schon mal ganz auf der Kippe gestanden haben, doch beim Ringen um die wirtschaftlichste Lösung habe man sich gegen das PPP-Projekt entschieden und einen nicht ausgeglichenen Haushalt in Kauf genommen.

Der Neubau der JVA in Höhe von rund hundert Millionen Euro sei zwingend notwendig, so die Justizministerin, weil die beiden Augsburger Gefängnisse mit derzeit 246 Haftplätzen überbelegt seien und sich bis zu acht Inhaftierte eine Zelle teilen müssten. Nach Angaben des Justizministeriums fehlen bayernweit etwa tausend Haftplätze. Die bisherigen Haftanstalten in Augsburg entsprechen nicht mehr den Anforderungen eines modernen Strafvollzugs, räumte Merk ein. Wie akut eine neue JVA geworden ist, bestätigte die Leiterin der JVA in Augsburg, Zoraida Maldonado de Landauer. Mitarbeiter, welche die Gefangenen betreuen, hätten den Baubeginn lang herbeigesehnt. „Sie müssen lebenslang hinter Gitter arbeiten mit immer schwieriger werdenden Häftlingen“, machte Merk deutlich.

Ab 2015 soll die JVA in Gablingen über 600 Gefangene aufnehmen. Der Neubau soll die auf zwei Gebäudekomplexe in der Karmelitengasse und im Am Hochfeld II verteilte Justizvollzugsanstalt in Augsburg ersetzen. Die innerstädtisch gelegene Anstalt II Am Hochfeld wird nach Fertigstellung des Neubaus aufgegeben. Das freiwerdende Gelände steht dann einer städtebaulichen Entwicklung in Augsburg zur Verfügung.
Um die Baustelle in Gablingen soll dann eine tausend Meter lange Außenmauer entstehen – dahinter soll unter verschärften Sicherheitsbestimmungen die eigentliche JVA hochgezogen werden. Da früher auf dem Gelände das US-Militär stationiert war und einen Militärflughafen betrieb, ist deswegen mit etlichen Altlasten sowie Kampfmitteln zu errechnen. Um deren Beseitigung wird sich das Bauunternehmen Abenstein kümmern, wenn es den Aushub in Angriff nimmt. Bereits im Vorfeld wurde das Gelände untersucht. Mehr als eine 50-Kilo-Bombe wurde bislang von den Suchtrupps nicht geborgen, dafür aber belasteter Boden im Bereich einer abgebrochenen Kugelfanganlage, Bauschutt und Hausmüll.

Die Hauptgeschäftsfelder von Abenstein sind der Tief- und Straßenbau inklusive Pflasterarbeiten. Damit wurde der Betrieb von Geschäftsführer Rainer Abenstein groß, als er sich vor 16 Jahren selbstständig machte – inzwischen sind bei ihm rund hundert Mitarbeiter beschäftigt, darunter auch der Baggerfahrer Richard Hörmann. Er zeigte der Justizministerin, wie sie mit seinem neuen Arbeitsplatz, dem Cat DEM50, umgehen muss, damit der JVA nichts mehr im Wege steht.


Kasten: Zur JVA in Gablingen
Die neue Gesamtanlage in Gablingen hat das Architekturbüro Schuster geplant. Sie umfasst zehn Einzelgebäude mit unterschiedlichen Funktionsbereichen. Neben den Haftzellen wird es Werkstätten und weitläufige Fertigungshallen geben. Um das gesamte Gelände verläuft eine sechs Meter hohe Mauer. Im Südosten befinden sich vier Y-förmige Unterkunftsgebäude. Nordwestlich davon sind die Gebäude für Freizeit/Bildung sowie die Versorgungs- und Unternehmerbetriebe zusammengefasst. Als Bindeglied zur Torwache steht der Verwaltungsbau mit der Zu- und Abgangsabteilung sowie dem Besuchsbereich. Über eine zentrale zweigeschossige, rund 250 Meter lange Magistrale sind die Gebäude miteinander verbunden. Die neue Anstalt wird mit zwei Gas-Brennwertkesseln mit 30 Prozent Biogasanteil und zwei biogasbetriebenen Blockheizkraftwerken mit Wärme versorgt. Das anfallende Regenwasser wird in Löschwasserzisternen gesammelt und zur Bewässerung der Grünanlagen verwendet.

Bildtexte:

Foto 1: Hinter den Gittern des Cat DEM50: die bayerische Justizministerin Dr. Beate Merk.

Foto 2: Seine Premiere feierte der neue Cat DEM50 der Firma Abenstein beim Baggerstich durch die bayerische Justizministerin, welche den Aushub des Geländes einläutete.

Fotos: Zeppelin

 

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