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| Heiße Zungen widerstehen |
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| Zeppelin Hyster entwickelten extrem robuste Big Trucks für Sondereinsatz im „Vorhof zur Hölle“ |
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Garching bei München, im Februar 2008 (zep/AB). Wenn 1500 Grad Celsius heiße Spritzeisenkugeln mit Tennisballgeschwindigkeit auf Stapler zurasen, kann einem Zuschauer schon mal das Herz in die Hose rutschen. Ralf Leiffels, Leiter Instandhaltung bei der Walter Hundhausen GmbH & Co. KG, sieht den Staplerbeschuss allerdings gelassen. „Wo andere Hersteller aufhören, da fängt Hyster erst an.“ Vier neue, komplett für diesen Spezialeinsatz im so genannten „Vorhof zur Hölle“ umgebaute Schwerlaststapler hat der bedeutende KFZ-Zulieferer durch das Zeppelin Key Account Management in Osnabrück erhalten. Dazu nochmals über 30 Frontstapler für die innerbetriebliche Logistik.
Die Schwerlaststapler (Big Trucks) mit Tragfähigkeiten zwischen 14 und 16 Tonnen sind unmittelbar in den Produktionsprozess in der Gießerei eingebunden. Bei Hundhausen wird hochwertiger Sphäroguss hergestellt. Die Stapler füllen zunächst das Rohmaterial - Stahlschrott, Roheisen, Ferrosilizium und Zusatzstoffe – in Öfen, wo das Material chargiert und geschmolzen wird. Das so entstandene Flüssigeisen wird daraufhin von den Staplern in einem Konverter durch Zugabe von Magnesium in einem Zwischenzustand (Metastabiles Eisenkohlenstoffsystem) gebracht. Hierbei tritt Flüssigkeit in Form von 1.500 Grad Celsius heißen Spritzeisenkugeln oder „Zungen“ aus. Im Konverter geht es nun in die Behandlungskammer, wo das Material mit Magnesium behandelt wird. Da Magnesium ein sehr reaktionsfreudiges Metall ist und der Dampfdruck bei der Behandlungstemperatur bis zu zehn bar erreicht, ist die Reaktion von Licht und Rauch begleitet. Der Druck ist so stark, dass enorme Kräfte auf den mit der zu behandelnden Schmelze bestückten Stapler einwirken. Das behandelte Eisen wird dann von einem Hyster Big Truck mit der entsprechenden Arbeitsausrüstung in Vergießöfen gefüllt, durch Impfung in der Vergießeinrichtung in Sphäroguss überführt und in sandgefüllte Formkästen gegossen.
Dieser Einsatz im Produktionsprozess stellt für die Stapler in mehrfacher Hinsicht eine enorme Herausforderung dar. Gegen das „Ausspucken“ von 1500 Grad Celsius heißem Material müssen die Big Trucks entsprechend geschützt werden, auch gegenüber den Krafteinwirkungen in der Behandlungskammer. Hinzu kommt die Dauerbeanspruchung, da sie sechs Tage pro Woche im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr eingesetzt werden inklusive drei Behandlungen pro Stunde. Insgesamt müssen die Stapler unter diesen extremen Einsatzbedingungen jeweils 6900 Betriebsstunden pro Jahr bewältigen, eine Zahl, die bereits unter normalen Einsatzbedingungen beachtlich ist.
Feuerfest
Die schon in der Standardversion für ihre Zuverlässigkeit und Widerstandsfähigkeit bekannten Hyster Big Trucks wurden von der Niederlassung Bremen der Zeppelin Baumaschinen GmbH – Exklusivpartner von Hyster in Deutschland - mit Gießerei-Ausführung und sonstigen Spezialbauteilen ausgerüstet, damit sie der besonderen Belastung standhalten und die gewünschten Aufgaben kundengemäß ausführen können. Zu dieser „Hundhausen-Ausstattung“ gehören ein Druckluftkommpressor für das externe Ansteuern des Deckels auf den kundeneigenen Konvertern, eine Stabau integrierte Drehvorrichtung in Gießereiausführung mit zusätzlichen Hitzeschutzblechen gegen Funkenflug, feuerfeste Hydraulikschläuche, eine Stahldachabdeckung auf der Fahrerkabine, eine hitzebeständige Frontscheibe, ein Kolbenstangenschutz für die Neigezylinder sowie Kotflügelverlängerungen als Reifenschutz. Außerdem besitzen die Stapler eine integrierte Drexel Waage mit zusätzlicher externer Anzeige in der Fahrerkabine zum Wiegen des transportierten Materials, eine Zentralschmieranlage, einen GFA Russpartikelfilter und ein Easy Key Model Crash+ Schutzsystem, das es nur dem jeweils registrierten Fahrer erlaubt, die Maschine zu bewegen. Serienmäßig sind die neuen Big Trucks mit der Hyster Vista-Kabine ausgestattet, das bedeutet exzellente Ergonomie, eine große Auswahl an Bedienelementen und eine hervorragende Rundumsicht für den Bediener. Die Standardversion umfasst außerdem ein fortschrittliches Automatikgetriebe, Schutzsysteme für Motor und Getriebe sowie eine äußerst robuste Antriebsachse. Die ersten Hyster Big Trucks setzte Hundhausen bereits im Jahr 1970 ein. Die ältesten Geräte, die momentan noch in der Fertigung als Standby-Geräte ihren Dienst leisten, sind zwei Big Trucks aus dem Jahr 1977 mit einer Tragfähigkeit von jeweils 12 Tonnen. „Unglaublicherweise haben die Hyster Big Trucks auch unter diesen harten Einsatzbedingungen über 30 Jahre durchgehalten und können noch immer eingesetzt werden“, kommentiert Ralf Leiffels.
Komplett auf Hyster umgestellt
Mittlerweile setzt Hundhausen auch für den normalen innerbetrieblichen Materialumschlag ausschließlich Hyster Stapler ein. Dazu gehören rund 30 Frontstapler der Fortens-Serie mit Tragfähigkeitsklassen von 2,5 bis 5,5 Tonnen sowie einige Gabelhubwagen. Die Frontstapler transportieren – ebenfalls sechs Tage pro Woche im Dreischichtbetrieb - Gitterboxen, Gussbehälter, Kernregale und Sandkübel. Die besondere Herausforderung bei diesem Einsatz besteht darin, dass die Stapler ständig rund um die Uhr unterwegs sind, lange Strecken in engen Gängen zurücklegen müssen und dabei voll beansprucht werden – beispielsweise häufiger Wechsel von „volle Fahrt vorwärts“ zu „volle Fahrt rückwärts“. „Die Geräte anderer Hersteller haben das auf Dauer nicht mitgemacht und sind zum Teil schon nach 6.000 Betriebsstunden mit Getriebe- und/oder Motorschäden ausgefallen. Die Hyster Fortens-Stapler hingegen fuhren auch nach 15 000 Betriebsstunden noch munter durch die Gegend“, so Leiffels begeistert. Gründe hierfür sind laut Zeppelin Produktmanager Harald Thum unter anderem das nur von Hyster angebotene patentierte, intelligente Getriebe, das dem Stapler sowohl hydrostatische als auch wandlerähnliche Fahreigenschaften ermöglicht, die volle Reversierbarkeit der Stapler sowie die wartungsfreie Ölbadlamellenbremse.
Aufgrund der guten Erfahrungen hat Hundhausen nun die komplette Staplerflotte auf Hyster umgestellt. Das war auch deshalb leicht möglich, da Hyster als Full-Liner alle gewünschten Stapler im Sortiment hat. „Unser besonderer Anspruch war, die Staplerflotte auf einen Hersteller zu reduzieren, was uns zum Ende 2007 in Zusammenarbeit mit dem Zeppelin Key Account in Osnabrück gelungen ist“, so Leiffels, der mit Freude in die Zukunft blickt: „Mit Zeppelin Hyster haben wir einen starken Partner, der sich bei uns über Jahre hinweg einen guten Ruf aufgebaut hat. Bei unseren Anforderungen ist es nicht einfach, eine hohe Verfügbarkeit der Geräte zu garantieren. Aber durch die gute Kombination aus sehr zuverlässigen Produkten und einem ebenso zuverlässigen Service sehe ich die Voraussetzungen hierfür als bestens gegeben.“
Neue Produktionstechnologien
Die zur Georgsmarienhütte Holding gehörende Walter Hundhausen GmbH & Co. KG wurde 1914 gegründet und beschäftigt derzeit 641 Mitarbeiter, der Jahresumsatz liegt bei über 120 Millionen Euro. Das Werk in Schwerte produziert hochqualitative Sphäroguss-Elemente für die PKW- und Nutzfahrzeugindustrie, den Maschinenbau, Bundesbahn und Hydraulik. Zu den Kunden gehören Unternehmen wie BMW, MAN, Mercedes, SAF und Jost. Hundhausen zeichnet sich aus durch absolute Liefertreue, Flexibilität in der Produktion und eine extrem hohe Qualität des Endprodukts. Deshalb ist die Nachfrage konstant hoch, was Hundhausen dazu veranlasste, umfassende Investitionen in neue Produktionstechnologien am Standort zu tätigen – über zehn Millionen Euro allein im Jahr 2006. In diesem Jahr soll zusätzlich ein Kupolofen mit einer Schmelzleistung von 35 Tonnen pro Stunde in Betrieb genommen werden.
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